Leaders for tomorrow

Case Story

Talentor ist ein internationales Netzwerk aus Recruitern und Headhuntern und weltweit in über 20 Ländern vertreten. Es ermöglicht umfangreiche Personalsuchen über die eigenen Ländergrenzen hinweg und damit die Besetzung von heiklen Positionen auf Fach- und Führungsebene. Die Partner profitieren vom gegenseitigen Know-how und wachsen durch die Kooperation. Dabei gelingt Talentor ein schwieriger Spagat: Denn wo unterschiedliche Länder sind, treffen genausoviele Kulturen aufeinander. Einzelunternehmer begegnen mittelständischen Unternehmen. Und auch auf lokale und regionale Marken gilt es Rücksicht zu nehmen und Co-Branding-Strategien zu entwickeln. Für das Branding-Projekt eine interessante Herausforderung, immerhin ist das Ziel eine gemeinsame visuelle Identität: Die Ausgangslage könnte aber heterogener kaum sein.

Gemeinsam mit dem Kunden gehen wir auf die Suche nach Gemeinsamkeiten. Eine Befragung sämtlicher Partner auf Länderebene, sowie Interviews mit mehreren Schlüsselpersonen aus Marketing und Management geben Hinweise auf gemeinsame Stärken und Motive. Augenscheinlich wird schnell der kollektive Wunsch nach Individualität, denn jeder Partner hegt eigene Ziele und sieht Talentor als Vehikel, seine Visionen in die Tat umzusetzen. Anstelle einer homogenen Identität versteht sich das Netzwerk als Summe von Identitäten, die respektvoll koexistieren und neben gemeinsamen Werten und Beliefs auch eigene leben.

Ein Blick hinter die Kulissen: Die Online Befragung verdeutlicht die Unterschiede in Wahrnehmung und Struktur.
Ein Blick hinter die Kulissen: Die Online Befragung verdeutlicht die Unterschiede in Wahrnehmung und Struktur.
Individualität ist das Kernmotiv der Netzwerkpartner. Andere Motive sind schwächer ausgeprägt.
Individualität ist das Kernmotiv der Netzwerkpartner. Andere Motive sind schwächer ausgeprägt.
Talentor ist keine homogene Einheit, sondern eine Summe von Identitäten.
Talentor ist keine homogene Einheit, sondern eine Summe von Identitäten.
Individualität und Bodenständigkeit werden zu Schwerpunkten in der Kommunikation in Text und Bild.
Individualität und Bodenständigkeit werden zu Schwerpunkten in der Kommunikation in Text und Bild.
Stock Fotos sind ein tabu, sie wirken schnell aufgesetzt und austauschbar.
Stock Fotos sind ein tabu, sie wirken schnell aufgesetzt und austauschbar.
Stattdessen setzt die neue Marke auf eine individuell auf die Marke zugeschnittene Bildidee, ...
Stattdessen setzt die neue Marke auf eine individuell auf die Marke zugeschnittene Bildidee, ...
... die mit Hilfe des Fotografen Christian Huber (bildermacherei.at) umgesetzt wird.
... die mit Hilfe des Fotografen Christian Huber (bildermacherei.at) umgesetzt wird.
Die Marke und ihre Kommunikationsstrategie werden am Talentor Summit den Partnern vorgestellt ...
Die Marke und ihre Kommunikationsstrategie werden am Talentor Summit den Partnern vorgestellt ...
... und in einem Brand Book dokumentiert.
... und in einem Brand Book dokumentiert.

A gamechanger network

Mit einem starken demokratischen Grundverständnis begegnet das Netzwerk seinen Partnern und Kunden auf Augenhöhe und lebt kulturell eine erfrischende Bodenständigkeit – im Segment der Executive Search ist diese Haltung einzigartig. Denn mit seinen transparenten Prozessen, einer überzeugten Servicehaltung und äußerst fairen Fees, grenzt sich das Netzwerk von seinem Mitbewerb ab und spricht potenzielle Kunden an, die der traditionellen Intransparenz von Executive Search wenig bis gar nichts abgewinnen können. Talentor erschließt dadurch einen neuen Markt und konzentriert sich mit seiner Marke vor allem auf Market Follower und Mittelständler, die bisher nur auf die Methoden klassischer Personalsuche vertraut hatten.

Der entwickelte Claim “Leaders for tomorrow” versteht sich als Erfolgsversprechen für Unternehmen, deren Ziel es ist, unter kluger Führung nachhaltig zu wachsen. Talentors Bodenständigkeit und Transparenz wird zu einem USP, bildet die Basis für die argumentative Ebene und hat frühen Einfluss auf die Ausgestaltung der Marke in Wort und Bild: Denn Anführer werden selten für ihre Schönheit bezahlt. Daher fällt früh der Entschluss, geeignete Modelle im direkten Umfeld des Marketing- und Gestalterteams zu casten und anstatt der üblichen Models greifbare und authentische Persönlichkeiten abzubilden.

Für die Branche ist der Cast ungewöhnlich gewöhnlich: Auf Models wird gänzlich verzichtet.
Für die Branche ist der Cast ungewöhnlich gewöhnlich: Auf Models wird gänzlich verzichtet.
Die Modelle stammen aus dem direkten Umfeld von Talentor. Sie sind greifbar und ermöglichen Identifikation.
Die Modelle stammen aus dem direkten Umfeld von Talentor. Sie sind greifbar und ermöglichen Identifikation.
Vermeintliche "Makel" wie Falten sind ausdrücklich erlaubt.
Vermeintliche "Makel" wie Falten sind ausdrücklich erlaubt.
Sie verdeutlichen Lebenserfahrung und schaffen Glaubwürdigkeit. Retusche wird auf das Notwendigste reduziert
Sie verdeutlichen Lebenserfahrung und schaffen Glaubwürdigkeit. Retusche wird auf das Notwendigste reduziert
Als weltoffenes Netzwerk ist Diversität eine Grundvoraussetzung. Auch in der Bildwelt.
Als weltoffenes Netzwerk ist Diversität eine Grundvoraussetzung. Auch in der Bildwelt.

Leading by example

Executive Search konzentriert sich auf das Suchen und Finden einer einzelnen Person. Gestalterisch kommen Fahndungsbilder in den Sinn: die Front- und Seitenansicht eines Gesichts dienen in sogenannten Mugshots den amerikanischen Behörden dazu, Personen einwandfrei zu identifizieren. Aus unseren ersten gestalterischen Experimenten erwächst ein grafischer Schnitt, der die Front- und Seitenansicht in Hälften teilt und zu einem neuen Bild kombiniert. Das Stilmittel ist ein recht direktes Zitat an die Kernkompetenz des Recruiters und an seine unterschiedlichen Wahrnehmungswinkel. Es bildet die formale Basis für die Bildsprache, die mit Hilfe des Linzer Fotografen Christian Huber umgesetzt wird.

Die gestalterische Auseinandersetzung mit Führung und Leadership ist auch eine mit der Inszenierung von Herrschaft und Macht. Inspiration gibt es zuhauf: Denn Portrait-Malerei und auch -Fotografie bedienen sich visueller Codes, um ihre Protagonisten als Lichtgestalten darzustellen. Ein starker Hang zu Symbolik und Luxus, ein häufig hoher Kontrast zwischen dargestellter Person und Hintergrund, aber auch ihre Haltung, Gestik und Mimik schaffen eine inszenatorische Hülle aus Stärke, Macht und Souveränität. In der Bildwelt von Talentor spiegelt sich dieses Prinzip vor allem in der Farbgebung und dem Setting wieder: Die Modelle sind neutral gekleidet und stehen vor dunklem Grund. Damit rückt die Aufmerksamkeit des Betrachters automatisch auf das Gesicht, das ihm aufrecht, direkt und selbstbewusst in die Augen blickt.

In Mugshots dient die Front- und Seitenansicht eines Gesichts zur eindeutigen Identifikation einer Person.
In Mugshots dient die Front- und Seitenansicht eines Gesichts zur eindeutigen Identifikation einer Person.
Dieses Prinzip inspiriert die Bildstrecke. Die gesuchte Person wird aus mehreren Betrachtungswinkeln wahrgenommen.
Dieses Prinzip inspiriert die Bildstrecke. Die gesuchte Person wird aus mehreren Betrachtungswinkeln wahrgenommen.
Denn bei Führungspersonen zählt nicht nur die fachliche Eignung, sondern auch die soziale Kompetenz.
Denn bei Führungspersonen zählt nicht nur die fachliche Eignung, sondern auch die soziale Kompetenz.
Persönlichkeit und Rolle verschmelzen so zu einem gesamthaften Portrait.
Persönlichkeit und Rolle verschmelzen so zu einem gesamthaften Portrait.
Auszug aus den fertigen Sujets für Talentor.
Auszug aus den fertigen Sujets für Talentor.
Auszug aus den fertigen Sujets für Talentor.
Auszug aus den fertigen Sujets für Talentor.

Doch Talentors Wahrnehmung von Leadership ist differenziert. Um einer neuen Führungsaufgabe gerecht zu werden, gilt es immerhin, auf die bestehende Unternehmenskultur Rücksicht zu nehmen – und die wird durch Menschen und ihren sozialen Umgang miteinander geprägt. Die Eignung zur Führung bemisst sich damit nicht nur an den Hard Facts wie etwa Werdegang oder Qualifikation, sondern auch und vor allem an den Soft Skills, also der sozialen Kompetenz und Menschlichkeit einer Führungskraft. Die Idee der Mugshots entwickeln wir dahingehend weiter: Die beiden Hälften kombinieren nun nicht nur die objektivierbaren Winkel eines Gesichts, sondern vereinen die selbstbewusst inszenierte Frontalansicht mit einer emotionalen, fast schon intimen Momentaufnahme. Talentor schafft so ein ganzheitliches Portrait einer gesuchten Person und vermittelt gleichzeitig sein holistisches Verständnis für seine Rolle am Markt.

CI Farben
Die Farbwelt definiert sich durch einen vielfältigen Blaukanon. Der Lachston bildet einen Kontrast, hebt Inhalte hervor.
Talentor Logo Redesign
Weiterentwicklung statt Redesign: Im neuen Logo werden Stellung und Elemente behutsam verändert, ohne die Herkunft zu leugnen.
Talentor Logo Redesign
Das Bildzeichen nähert sich wieder seinen Wurzeln: Aus einem vermeintlichen Stern wird wieder ein Kompass.
Talentor Branding
Ein einfacher, grafischer Rahmen sorgt für eine hohe Wiedererkennbarkeit.
Talentor Rollups
Mit wenigen Elementen konzentriert sich die Gestaltung aufs Wesentliche: die Botschaft der Marke.

Der grafische Rahmen

Das Time Magazine arbeitet am Cover mit einem roten Rahmen und sagt über die dahinter liegende Idee: Alles, was im Rahmen sei, sei auch von Interesse. Alles außerhalb eben nicht. Die Exklusivität und Strahlkraft, die einer Person am Times-Cover zukommt, scheint das zu untermauern. Als Raum gestaltendes Element spielt er auch bei Talentor eine wesentliche Rolle: Denn das Augenmerk gilt immerhin einer einzelnen Person, der Rahmen rückt sie ins Zentrum der Betrachtung. Während sich das Portrait ästhetisch von der profanen Umgebung abhebt, schafft der Rahmen mit einfachen Mitteln Wiedererkennung und brandet über sämtliche Medien hinweg.

Daneben wird der Claim “Leaders for tomorrow” nur von der Domain, dem überarbeiteten Bildzeichen und dem Markennamen flankiert. Die Grafik präsentiert sich damit bewusst reduziert, um der Botschaft jenen Raum zu verschaffen, die sie für ihre Wirkung benötigt.


« Talentors Ziel ist es international Vorbild in der Branche zu sein. Dank Hämmerle & Luger werden wir dieser Vision nun auch mit unserer Marke gerecht: Der konsequent geführte Prozess und ihr intuitiver Ansatz wurde mit den Hürden verschiedener Kulturen spielend fertig. Ihr menschliches Gespür, Verständnis für unser Geschäft und eine ordentliche Portion Nachdruck zeichneten die Zusammenarbeit aus. Wir würden es wieder tun! »
Michael Sarsteiner

Michael Sarsteiner

CEO Talentor


zum Projekt

Florian Hämmerle

Florian Hämmerle
Hämmerle & Luger

Archetypen
Herrscher (Thematik)
Entdecker (Individualität, Innovation)
Jedermann (Bodenständigkeit, Kooperation)

Weiterführende Links:
Christian Huber, Bildermacherei.at
Celebrity Mugshot Gallery